Die interne Weiterbildung „Hausabriss“ setzte in der Lebenswelt der Jugendlichen an. Nach zahlreichen Gesprächen mit Jugendlichen über mögliche Präventionsangebote gegen Gewalt kam immer wieder der Wunsch nach einer Möglichkeit, „legal“ Gegenstände zu zerstören.
Diese Vorschläge oder auch „Wünsche“ nahmen wir ernst und haben diese Möglichkeit in Form einer Hausabriss-Aktion angeboten. Nach zahlreichen Überlegungen und Diskussionen war es leider nur möglich, diese Aktion halb offen zu gestalten. Das heißt, dass wir die Aktion nicht öffentlich bewerben konnten. Schlussendlich war die Aktion hauptsächlich für das Kernteam des Projektes SCHLAGKRÄFTIG MIT VERSTAND gedacht. Der Hausabriss wurde von zwei Fachpersonen betreut.
Zudem wurde die Aktion in zwei Teilbereiche aufgeteilt: Ein praktischer Teil, also das Betätigen an Gegenständen und ein theoretischer Teil in Form einer Diskussions- und Reflexionsrunde.
Nach einer kurzen Einführungsrunde wurde von den fachlichen Begleitern der Aktion drei Wahrnehmungsübungen durchgeführt, damit jeder Teilnehmer einen Eindruck von sich selbst und seinen Erwartungen bekommen konnte.
Im Haus selber wurden drei Szenen durchgespielt.
Die Fachpersonen beobachteten das Geschehen eher aus der Ferne. Sporadisch stellten sie den aktiven Teilnehmern Fragen, wodurch sie zum Nachdenken angeregt wurden.
Zwischen den Szenen trafen sich alle in einem Raum, um etwas über das Geschehene zu diskutieren.
Im zweiten Teil der Aktion begab sich die Gruppe ins OJB-Büro. Zuerst wurde mit jedem Teilnehmer ein Einzelinterview geführt und mit der Kamera aufgezeichnet. Danach gab es eine Diskussionsrunde, in der das Erlebete besprochen und reflektiert wurde. Zum Abschluss durfte jeder Teilnehmer einen kurzen Erfahrungsbericht bzw. Fragebogen ausfüllen.
Zielgruppe:
Kernteam SCHLAGKRÄFTIG MIT VERSTAND
Dauer der Veranstaltung:
ein Tag
Anzahl der Teilnehmer:
sechs
Beteiligte Personen/Organisationen:
zwei Fachpersonen, zwei Filmer, Morscher Bau- und Projektmanagement GmbH, Raiffeisen Mittelbregenzerwald
Ergebnisse:
Lessons learned:
Nachhaltigkeit:
Die Aktion war in jedem Fall ein voller Erfolg. Vor allem die ungeplante Situation mit Marianne, der ehemaligen Hausbesitzerin, war in jeder Hinsicht äußerst wertvoll. Da diese Aktion speziell für die Jugendlichen, die auch weiterhin im Kernteam des Projektes SCHLAGKRÄFTIG MIT VERSTAND mit diesen Themen konfrontiert sind, gedacht war, hat diese „interne Weiterbildung“ auch eine Nachhaltigkeit. Besonders, weil diese Kernteam-Mitglieder sehr intensiv mit den Themen Gewalt und Vandalismus konfrontiert wurden, sind Denkprozesse ausgelöst worden, die im weiteren Projektverlauf von großer Bedeutung waren.
Darüber hinaus waren die zwei Besprechungsrunden mit Marianne von unglaublichem Wert, da die Jugendlichen so hautnah erfuhren, was Vandalismus in einer Person auslöst.
Auch als Experiment und Pilotversuch, hat diese Aktion uns zahlreiche neue Erkenntnisse gebracht.
