Hausabrissaktion

Beschreibung

Die interne Weiterbildung „Hausabriss“ setzte in der Lebenswelt der Jugendlichen an. Nach zahlreichen Gesprächen mit Jugendlichen über mögliche Präventionsangebote gegen Gewalt kam immer wieder der Wunsch nach einer Möglichkeit, „legal“ Gegenstände zu zerstören.
Diese Vorschläge oder auch „Wünsche“ nahmen wir ernst und haben diese Möglichkeit in Form einer Hausabriss-Aktion angeboten. Nach zahlreichen Überlegungen und Diskussionen war es leider nur möglich, diese Aktion halb offen zu gestalten. Das heißt, dass wir die Aktion nicht öffentlich bewerben konnten. Schlussendlich war die Aktion hauptsächlich für das Kernteam des Projektes SCHLAGKRÄFTIG MIT VERSTAND gedacht. Der Hausabriss wurde von zwei Fachpersonen betreut.
Zudem wurde die Aktion in zwei Teilbereiche aufgeteilt: Ein praktischer Teil, also das Betätigen an Gegenständen und ein theoretischer Teil in Form einer Diskussions- und Reflexionsrunde.

Praxisteil

Nach einer kurzen Einführungsrunde wurde von den fachlichen Begleitern der Aktion drei Wahrnehmungsübungen durchgeführt, damit jeder Teilnehmer einen Eindruck von sich selbst und seinen Erwartungen bekommen konnte.

Im Haus selber wurden drei Szenen durchgespielt.

  1. Szene: Alleine in einem Raum Gegenstände zerstören.
  2. Szene: Min. zu zweit in einem Raum Dinge zerstören.
  3. Szene: Zwei Jugendliche zerstören Objekte, während der Rest der Gruppe zusieht und die beiden anfeuert.

Die Fachpersonen beobachteten das Geschehen eher aus der Ferne. Sporadisch stellten sie den aktiven Teilnehmern Fragen, wodurch sie zum Nachdenken angeregt wurden.

Zwischen den Szenen trafen sich alle in einem Raum, um etwas über das Geschehene zu diskutieren.

Theorieteil

Im zweiten Teil der Aktion begab sich die Gruppe ins OJB-Büro. Zuerst wurde mit jedem Teilnehmer ein Einzelinterview geführt und mit der Kamera aufgezeichnet. Danach gab es eine Diskussionsrunde, in der das Erlebete besprochen und reflektiert wurde. Zum Abschluss durfte jeder Teilnehmer einen kurzen Erfahrungsbericht bzw. Fragebogen ausfüllen.

 

 

 



Ziele

  • Sensibilisierung bzw. Bewusstseinsbildung für das Thema Vandalismus
  • Jugendliche dabei unterstützen, die erworbenen Kompetenzen auf die individuelle Lebenssituation anzuwenden
  • Reflexions- und Selbstwahrnehmungsfähigkeiten stärken
  • unbewusste Werthaltungen bewusst machen und reflektieren
  • Selbstwertgefühl und Zivilcourage stärken
  • Förderung der Dialogfähigkeit
  • neue Erkenntnisse für SCHLAGKRÄFTIG MIT VERSTAND
  • einzigartige Möglichkeit bieten, um Aggressionen abzubauen

Weitere Details

Zielgruppe:
Kernteam SCHLAGKRÄFTIG MIT VERSTAND

Dauer der Veranstaltung:
ein Tag

Anzahl der Teilnehmer:
sechs

Beteiligte Personen/Organisationen:
zwei Fachpersonen, zwei Filmer, Morscher Bau- und Projektmanagement GmbH, Raiffeisen Mittelbregenzerwald

Erkenntnisse

Ergebnisse:

  • interessante, tiefgründige Diskussionen
  • Konfrontation/Aussprache mit der ehemaligen Hausbesitzerin – zwei Zusammenkünfte im Nachhinein
  • schriftl. Erfahrungsberichte der Jugendlichen
  • kritische Analyse der Aktion und sich selbst – Stärkung der Reflexionsfähigkeit
  • Kernteam lernte sich kennen und wurde motiviert, am Projekt weiter mitzuarbeiten

Lessons learned:

  • Aktion muss von fachlichen Personen begleitet werden
  • Damit die Aktion eine Nachhaltigkeit hat, sollte darauf geachtet werden, dass eine Konfrontation mit den Besitzern/Eigentümern der zerstörten Gegenständen stattfindet
  • Sicherheitsbekleidung verwenden
  • gute Planung wichtig, um Unfälle zu vermeiden
  • nur geeignet für kleinere Gruppen – Übersicht
  • muss gut vorbereitet sein, wenn eine solche Aktion öffentlich wäre – Teilnehmerzahl beschränken
  • Familiengebäude kritisch – es herrschen emotionale Bindungen

Nachhaltigkeit:

  • Teilnehmer haben im Projekt SCHLAGKRÄFTIG MIT VERSTAND mitgearbeitet
  • Konfrontation/Aussprache mit ehem. Hausbesitzerin

 

 

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Flash ist Pflicht!

Fazit

Die Aktion war in jedem Fall ein voller Erfolg. Vor allem die ungeplante Situation mit Marianne, der ehemaligen Hausbesitzerin, war in jeder Hinsicht äußerst wertvoll. Da diese Aktion speziell für die Jugendlichen, die auch weiterhin im Kernteam des Projektes SCHLAGKRÄFTIG MIT VERSTAND mit diesen Themen konfrontiert sind, gedacht war, hat diese „interne Weiterbildung“ auch eine Nachhaltigkeit. Besonders, weil diese Kernteam-Mitglieder sehr intensiv mit den Themen Gewalt und Vandalismus konfrontiert wurden, sind Denkprozesse ausgelöst worden, die im weiteren Projektverlauf von großer Bedeutung waren.

Darüber hinaus waren die zwei Besprechungsrunden mit Marianne von unglaublichem Wert, da die Jugendlichen so hautnah erfuhren, was Vandalismus in einer Person auslöst.
Auch als Experiment und Pilotversuch, hat diese Aktion uns zahlreiche neue Erkenntnisse gebracht.

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