Sonderpreis beim Staatspreis Design 2026 für Die Gute Stube

Große Freude. Die Gute Stube — unser Begegnungsort in Bersbuch, der aus einer ehemaligen Volksschule entstanden ist – wurde beim Staatspreis Design 2026 mit dem Sonderpreis in der Kategorie „Spaces & Environment“ ausgezeichnet. Die Verleihung fand am 16. April 2026 im Wiener MuseumsQuartier statt. Eine Auszeichnung für ein Projekt, das zeigt, was möglich ist, wenn Offene Jugendarbeit Gestaltung ernst nimmt.

Was bedeutet diese Auszeichnung?

Der Staatspreis Design ist die höchste staatliche Auszeichnung für Gestaltung in Österreich. Er wird seit 1962 alle zwei Jahre vergeben und von designaustria organisiert. 2026 wurden 176 Einreichungen von 130 Gestalter:innen und Unternehmen bewertet. 31 Projekte schafften es auf die Shortlist – Die Gute Stube gehört zu den fünf Projekten, die einen Sonderpreis erhielten.

Was die Jury sagt:

„Mit diesem Projekt wird eine Low Budget Konversion gewürdigt, der mit minimalen Mitteln eine vollständige atmosphärische Metamorphose gelingt. Statt klischeehafter Jugendästhetik setzt die Gestaltung auf eine unaufgeregte Qualität, die Räume öffnet. Herausragend ist der kollaborative Prozess, durch den ein Ort hoher Resonanz entstand, der soziale Teilhabe beispielhaft vorlebt.“

Was Die Gute Stube ist:

Die Gute Stube ist unser zentraler Ort: eine ehemalige Volksschule in Bersbuch, die wir zu einem offenen Begegnungsort für alle Generationen gemacht haben. Ein Ort jenseits von Zuhause und Schule – der einfach offen ist, ohne Konsumzwang, ohne Schwelle. Keramikwerkstatt, Veranstaltungsraum, Ausstellungsfläche, Küche — alles unter einem Dach.

Die Gestaltung wurde von Simone Angerer und Architektin Nina Beck entwickelt und gemeinsam mit dem OJB-Team und regionalen Handwerker:innen umgesetzt. Das Budget war klein. Die Haltung dahinter nicht. Räume wurden gemeinsam gedacht, gebaut und in Betrieb genommen – das Ergebnis ist ein Ort, der nicht repräsentiert, sondern funktioniert.

Warum uns das freut:

Dass eine Organisation der Jugendarbeit einen Designpreis dieser Kategorie gewinnt, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Gute Stube kommt aus der sozialen Arbeit – und hat sich mit gestalterischer und inhaltlicher Qualität durchgesetzt. Nicht trotz ihres sozialen Auftrags, sondern wegen ihm.

Im Bregenzerwald, wo die Wege zwischen den Gemeinden weit und die Lebenswelten junger Menschen vielfältig sind, braucht es Orte, die allen gehören und niemanden ausschließen. Orte, an denen man einfach da sein kann. Die Gute Stube ist genau das – und diese Auszeichnung bestätigt, dass gestalterische Qualität und soziale Wirkung keine Gegensätze sind.

Ausstellung:

Alle prämierten Projekte sind in der Wanderausstellung „Best of Austrian Design“ zu sehen:

  • designforum Wien: 17. April – 21. Mai 2026
  • designforum Vorarlberg: 8. Juni – 27. August 2026
  • designforum Tirol: 22. September – 23. Oktober 2026

Projektinfo:

Zukunft ist Gut: Eine Schule wird zur Guten Stube
Gestaltung eines generationenübergreifenden Raums
Gestaltung: Simone Angerer, Nina Beck, Anna Hopfner
Projektbeteiligung: Sarah Greber, Agnes Hollenstein, Katharina Kleiter, Stefanie Weis
Beauftragung: OJB – Offene Jugendarbeit Bregenzerwald
Herstellung: Handwerker:innen und das OJB-Team

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